Donnerstag, 11. Mai 2017

Unberührte Natur... einer Straße opfern??? Westtangente Landshut



Heute möchte ich Euch auf einen kleinen Ausflug in eines der schönsten Naherholungsgebiete unserer Stadt mitnehmen. Man plant mitten hindurch eine Umgehungsstraße, die sogenannte Westtangente, deren Nutzen in meinen Augen für Landshut äußerst zweifelhaft ist. 
Der geplante Verlauf der Straße wurde mit rot-weißen Bändern markiert. Die Initiative "Stoppt den Stau" hört sich wunderbar an, denn, wer will schon im Stau stehen! Bei näherer Betrachtung kann ich allerdings nicht erkennen, wie dadurch der Stau vermieden werden soll! Von den Kosten für den Bau bzw. Unterhalt der Brückenkonstruktion ganz zu schweigen. Geld, das die Stadt nicht hat! 

Mittlerweile erfolgen zum Teil sehr kontroverse Diskussionen und die herausgegebenen Informationen sind zum Teil sehr irreführend.
So wirbt man damit, dass für den Bau der Westtangente "bis zu 80 %" Zuschüsse gezahlt würden. Eine Aussage, die überhaupt nicht aussagekräftig ist, denn 5 % würden auch darunter fallen. Große Zuschüsse sind äußerst unwahrscheinlich und somit ist die Hauptlast von der Stadt zu tragen. 
Es werden auch Zahlen vorgelegt, wie viel Entlastung die Westtangente in Verbindung mit der Ost-Süd-Umfahrung bringen wird. Verschwiegen wird aber, dass die hauptsächliche Entlastung durch die Ost-Süd-Umfahrung kommen wird und nicht durch die Westtangente.
Etc. etc...


Die Befürworter werben u. a. auch damit, dass der Auwald schließlich kaum gestört würde, da die Westtangente als Brückenbauwerk ausgeführt würde und man jederzeit als Jogger oder Fahrradfahrer darunter durch laufen bzw. fahren könnte. Ich kann dabei aber keinen "Vorteil" erkennen - Straße bleibt Straße, mit allem, was dazu gehört! Es handelt sich ja nicht um eine Brücke über einen Fluss, sondern ein Bauwerk, das sich zum Teil in 7 Meter Höhe über mehrere hundert Meter durch den Auwald zieht und Lärm und Abgase mit sich bringt! Dass diese Straße auch einen Radweg erhalten soll, ist m. E. eine Farce!
Eine Entlastung der Hauptverkehrsstraßen in Landshut kann ich mir durch die Westtangente nur schwer vorstellen. Die Zufahrt erfolgt über Luitpoldstraße, Rupprechtstraße und Rennweg, so dass für diese Anwohner kaum bzw. keine Entlastung erfolgen wird.  Für die Veldnerstraße und somit den Stadtteil Achdorf, bringt die Tangente überhaupt nichts. Die Straße endet an der B11 und somit läuft der Verkehr wieder über den Knotenpunkt am Kupfereck. Das wird leider gerne verschwiegen! Ohne diese Fortführung macht diese Straße in meinen Augen überhaupt keinen Sinn.
Dies wäre aber nicht nur schwierig baulich umzusetzen (was man auf den ersten Blick erkennt, wenn man sich die Situation an der B11 ansieht - die Anwohnergemeinde hat diesbezüglich überhaupt keine Ambitionen. 

Wenn man schon so einen artenreichen Lebensraum zerstört, sollte wenigstens das Bauwerk DEN gewünschten Erfolg bringen! Das kann ich aber beim besten Willen nicht erkennen! 

 Auf dieser Karte wird deutlich, wie nah die geplante Trasse der Westtangente an der Wohnbebauung vorbei führen soll! Meine Bilder zeigen, welches Gebiet davon betroffen wäre!

Was die Stadt braucht, ist ein umfassendes Gesamtverkehrskonzept, das nicht nur neue Straßen vorsieht, sondern auch alternative Verkehrsmöglichkeiten berücksichtigt. 




Viele Informationen findet man auch auf der

http://www.westtangente-nein.de/


Aber jetzt zeige ich Euch, um welches wunderbare Gebiet es sich hier überhaupt handelt...














Betroffen wäre neben dem Naturerlebnispfad...









 ... auch der Trimm-Dich-Pfad...



...sowie die Nordic Walking Strecke, die auch von Radfahrern, Joggern und vielen Spaziergängern genutzt wird.



Hier würde die Straße über die Isar führen... in 7 Metern Höhe (!!!!)
 


 ... und genau neben der Wasserwachthütte verlaufen.


Keine hundert Meter entfernt... das Wasserschutzgebiet. In unmittelbarer Nähe befinden sich die Trinkwasserbrunnen der Stadt.






Idylle pur... dem Verkehr geopfert und das mit einem äußerst zweifelhaftem Nutzen?


Ich bitte alle Landshuter Bürger, sich nicht durch Parolen, wie "Stoppt den Stau" blenden zu lassen und wirklich genau hinzusehen, was hier geplant ist und wie man das Ganze den Bürgern schmackhaft zu machen versucht!




Ich verlinke diesen Beitrag bei Rostroses ANL (Achtsamkeit, Nachhaltigkeit, Lebensqualität).

Viele Grüße von



Mittwoch, 3. Mai 2017